Wie sich Rollen verändern
Code schreiben wird weniger zum Kerngeschäft von Softwareentwicklerinnen. KI übernimmt wachsende Teile davon. Was knapper wird: das Verständnis, was ein System leisten soll. Die Verantwortung für das Ergebnis. Das Urteil über Qualität.
Frank Westphal beschreibt die neue Konstellation als Triade: Kundinnen und Kunden bringen Problemverständnis. Entwicklerinnen verantworten Systemstruktur und Kontext. Das Modell übernimmt Umsetzung und Exploration. Die Rolle der Entwicklerin verschiebt sich: weniger Fahrerin des Systems, mehr Navigatorin.
“Wir programmieren nicht mehr primär ein System. Wir programmieren die Bedingungen, unter denen ein System entsteht.” Das verändert, wie wir bei mindmatters arbeiten. UX und Entwicklung rücken enger zusammen. Rollen werden breiter. Was zählt: wer das Gesamte im Blick behält.
Lernen durch Praxis
KI entwickelt sich schnell. Wir bleiben auf dem Stand durch Praxis in eigenen und Kundenprojekten, durch gezielte Weiterbildung und durch Austausch in den Communities, in denen das gerade passiert. Was wir dabei lernen, fließt direkt in unsere Arbeit.
KI als Teil des Produkts
Wenn KI in Kundenprojekten zum Einsatz kommt, prüfen wir das sorgfältig. Generative KI eröffnet neue Möglichkeiten: Texte generieren, Inhalte übersetzen, Dokumente zusammenfassen. Dazu kommen klassische KI-Anwendungsfälle wie Mustererkennung in unstrukturierten Daten und semantische Suche. In allen Fällen gilt: KI muss einen klaren Vorteil gegenüber klassischen Lösungen haben.
Eigene Modelle zu trainieren empfehlen wir aktuell selten. Aufwand und Kosten sind hoch, der Mehrwert nicht immer gegeben. Wir starten lieber klein, klären Datenschutzfragen früh und lassen Technik dem Zweck folgen.
Was LLMs in Produkten schwierig macht
Halluzinationen sind das offensichtlichste Problem: LLMs erfinden plausibel klingende Antworten. In Produkten, wo Genauigkeit zählt, braucht es Mechanismen, die das abfangen. Evaluierung, Guardrails, menschliche Überprüfung.
Datenschutz bleibt komplex. Wer Cloud-APIs nutzt, schickt Daten an externe Anbieter. Das muss mit Kunden besprochen werden und schließt manchmal bestimmte Modelle aus.
Prompts sind Code. Sie müssen gepflegt, getestet und versioniert werden. Wenn ein Anbieter sein Modell aktualisiert, kann das bestehende Prompts brechen.
Modellauswahl ist kein einmaliger Schritt. Der Markt ändert sich schnell. Neue Modelle, neue Preise, neue Fähigkeiten. Was heute passt, muss morgen neu bewertet werden.